著者
高田 里惠子 Rieko TAKADA
雑誌
桃山学院大学人間科学 = HUMAN SCIENCES REVIEW, St. Andrew's University (ISSN:09170227)
巻号頁・発行日
no.18, pp.117-151, 1999-12-20

Michio Takeyama (1903-1984) war einer der renommierten japanischen Germanisten. In der Kriegszeit musste er als Professor eines Elitegymnasiums traurige Nachrichten erhalten, dass seine zu Felde gezogenen Schuler gefallen waren. Gleich nach dem Kriegsende schrieb Takeyama zur Erinnerung an die Gefallenen einen Kriegsroman, der damals ein Bestseller wurde. Der vorliegende Aufsatz ist ein Versuch, aus Takeyamas Kriegsroman eine verborgene Struktur der japanischen hoheren Schule herauszulesen. In den drei〓iger Jahren wurden viele deutsche Kriegsgeschichten als Gegenwartsliteratur von japanischen Germanisten ubersetzt. Auch Takeyama ubersetzte 1936 Hans Carossas "Rumanisches Tagebuch" ins Japanische. Carossas Tagebuch im Kriege und "Kriegsbriefe gefallener Studenten" (ubers. 1938) wurden damals von japanischen Studenten viel gelesen und waren sehr beliebt. Die Opferbereitschaft und Tapferkeit der deutschen Bildungsburger machten auf die jungen Intellektuellen in Japan einen starken Eindruck. Takeyamas Kriegsroman ist ein Marchen, das keine Wirklichkeit des japanischen Militars darstellt, sondern das Ideal des in Japan rezipierten deutschen Kriegsromans nachahmt. In den meisten von den Intellektuellen geschriebenen japanischen Kriegsromanen, die allerdings erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs publiziert worden sind, entpuppt sich das kaiserliche Militar als etwas unmenschlich Grausames. Und tatsachlich herrschten im japanischen Militar Egoismus, Unterdruckung und Schmeichelei. Dort wurde besonders das Intellektuell-Geistige gehasst. Der Gegensatz zwischen dem Militar und der Geistwelt der hoheren Schulbildung war ein Merkmal des modernen Japans, das sich wahrscheinlich in westlichen Landern so nicht beobachten lasst. Auch Takeyamas Schuler mussten unter Grausamkeit und Ungerechtigkeit im japanischen Militar leiden, obwohl sie als junge Soldaten eigentlich fur das Vaterland opferbereit waren. Am japanischen Gymnasium, an dem damals nur mannliche Elitestudenten zugelassen waren, wurde auf die Opferbereitschaft und Freundschaft unter erwahlten Mannern gro〓er Wert gelegt. In diesem Sinne hatte das System der japanischen hoheren Schulbildung vor dem Kriegsende einen typischen Mannerbund-Charakter, den auch das idealisierte deutsche Militar in den Augen der Japaner zu haben schien. Die jungen Studenten glaubten noch an diese japanische (oder deutsche?) Mannlichkeit, um dann von der Wirklichkeit des Militars enttauscht zu werden. Ihre edle Mannlichkeit bewahrt sich erst in einer fiktiven Welt ihres Professors Takeyama.

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